Archive for Sozialismus
You are browsing the archives of Sozialismus.
You are browsing the archives of Sozialismus.
Der Hamburger Aufstand und die notwendige Analyse der KPD
von 1918 his 1933
Wir sind ganz entschieden der Meinung, dass der Hamburger Aufstand als wichtige Lehre für die kommunistische Arbeiterbewegung insbesondere der hochindustrialisierten Länder unbedingt solidarisch verteidigt werden muss.
Der Hamburger Aufstand wirft dennoch viele Fragen auf — vor allem nach dem Zustand der KPD und seines ZK, das 1923 nicht in der Lage war, klare Beschlüsse zu fassen und durchzusetzen. Die revisionistische Geschichtsschreibung der SED klärt hier nichts, sondern verschleiert vielmehr die gesamte Problematik. Es ist unsere Aufgabe, gründlich, Schrift für Schrift, im Zusammenhang auch mit den Analyen der Kommunistischen Internationale, diese Fragen anhand der vorhandenen Dokumente zu analysieren. Wir werden dies von revolutionären und solidarischen Grundpositionen aus anpacken, so wie die gesamte Geschichte der revolutionären KPD kritisch und solidarisch analysiert werden muss.
Denn auch bei der weiteren Entwicklung der KPD, zwischen 1923 und 1933, bleibt die Frage unerbittlich stehen, warum es der KPD nicht gelang, eine Mehrheit der Arbeiterklasse — wenn schon nicht für die proletarische Revolution — wenigstens für einen bewaffneten Abwehrkampf gegen die Nazifaschisten zu mobilisieren.
Die Lehren des bewaffneten Kampfes beim Hamburger Aufstand zu analysieren heißt aber auch, diese Erfahrungen einzuordnen in die gesamten Erfahrungen des bewaffneten Kampfes dieser Zeitspanne des revolutionären Kampfes.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter Wiens kämpften 1934 bewaffnet gegen den Austrofaschismus, die Völker Spaniens führten einen bewaffneten Kampf gegen den Francofaschismus und die Truppen Nazideutschlands und Mussolinis. Im Zusammenhang mit dem bewaffneten Kampf gegen den Nazifaschismus haben die heldenhaften kommunistischen Kämpferinnen und Kämpfer in Frankreich, Italien, Belgien, in den Niederlanden, in der Tschechoslowakei und anderen hoch industrialisierten Landern viele wertvolle Erfahrungen im Guerillakampf, im Partisanenkampf und im bewaffneten Barrikadenkampf gegen einen hochgerüsteten Gegner gesammelt.
Nur die Analyse all dieser bewaffneten Kämpfe —einschließlich des Hamburger Aufstands 1923 kann die Vorraussetzung sein dafür, unter genauster Berücksichtigung der heutigen Bedingungen die Lehren für kommende Schlachten zu ziehen.
Bericht des Internationalen Lagerkomitees
Die Neuherausgabe des „Berichts des Internationalen Lagerkomitees” folgt der Ausgabe, die 1949 in Weimar aus Anlass des vierten Jahrestages der Befreiung des KZ Buchenwald in überarbeiteter Form erschienen ist. Die Herausgeber gaben zur Überarbeitung und zu den Unterschieden zur ersten Herausgabe des Berichts durch das Lagerkomitee 1945 folgende Erläuterungen:
„Als der erste Bericht geschrieben wurde, saßen die Berichterstatter noch in den Baracken des Lagers Buchenwald. Sie stützten sich bei der Abfassung des Berichtes auf die rund 250 Einzelberichte von Fllüchtlingen aus allen Nationen, die in einer zentralen Stelle gesammelt wurden. Diese Häftlingsberichte sind inzwischen auch in anderen Büchern über Buchenwald verwendet worden. Sie sind aber – und das muss hier festgehalten werden — als Grundlage für den Bericht des Internationalen Lagerkomitees entstanden und teilweise sogar auf Veranlassung des Komitees geschrieben worden.
Naturgemäß haftete all diesen Berichten ein gewisser Mangel an. Sie waren Ergebnisse einer unmittelbaren Stimmung, die noch nicht den Blick zu einer objektiven Wertung der Ereignisse im Lager freigab. Viele Dinge, die sich während der Lagerzeit ereignet hatten, waren noch nicht aufgehellt und klar beschrieben worden. So musste in diesen Berichten manches mangelhaft sein und bleiben. Trotzdem sollen sie nicht verloren sein, sondern in ihrer unmittelbaren Frische des Erlebnisses auch für spätere Generationen aufbewahrt bleiben. Aber sie sind fehl am Platze in einem sachlichen und objektiven Bericht über die Entwicklung und das Leben im Lager Buchenwald, wie er hier dargestellt werden soll.
Der zweite Mangel des ersten Himchenwaldberichtes bestand darin, dass er in aller Eile geschrieben werden musste, weil ein Teil der Kameraden jeden Tag auf die Abreise in die ferne Heimat wartete und weil er fertiggestellt werden musste, bevor die wichtigsten Kameraden in ihre Heimat zurückfuhren. Daher schlichen sich im ersten Bericht manche sprachliche und grammatikalische Schnitzer ein. Auch diese Schönheitsfehler wurden beseitigt.
Schließlich standen dem Internationalen Lagerkomitee, als der Bericht abgefasst wurde, noch nicht alle jene Dokumente zur Verfügung, die in der Zwischenzeit in den Archiven des Konzentrationslagers Buchenwald gefunden wurden. Diese Dokumente gehören aber unbedingt in einen sachlichen Bericht über das Lager und wurden deswegen jetzt aufgenommen.
Zusammenfassend können wir also versichern, dass an dem sachlichen Inhalt und an der grundsätzlichen Darstellung des ersten Buchenwaldberichtes nicht das geringste geändert wurde.