Freies Deutschland Illustrierte Zeitschrift der antifaschistischen Emigration erschienen in Mexiko von November 1941 bis Juni 1946 Der Reprint umfaßt sämtliche erschienenen Ausgaben der Zeitschrift.
Die Neuherausgabe soll bei der gründlichen Diskussion der dort aufgeworfenen Fragen helfen. Auf über 1700 Seiten werden unter anderem von führenden Schriftstellerinnen und Schriftstellern der deutschsprachigen Emigration eigene politische und literarische Artikel, Vorabdrucke und Buchbesprechungen sowie Beiträge anderer Antifaschisten, die ins Deutsche übersetzt wurden, veröffentlicht.
Für die an der deutschen Exil-Literatur interessierten Leserinnen und
Leser ist die faksimilierte Neuherausgabe eine große Fundgrube an
hochinteressanten Texten. Von noch größerem Gewicht ist jedoch,
dass diese Zeitschrift von führenden Kadern der KPD, vor allem ab
1942 von Paul Merker, aber auch von Alexander Abusch geleitet
wurde. Beide waren Teilnehmer der „Berner Konferenz“ 1939, des 14.
Parteitags der KPD. Diese Zeitung bildet ein Zentrum der Westemigranten
der KPD, die aus Europa weiter vor der Nazi-Expansion in Europa
nach Nord- und Südamerika geflohen waren. Die Führung der
KPD war in Moskau. Eine Reihe von mehr oder minder starken Gruppen
der KPD operierte innerhalb Nazi-Deutschlands, viele davon in
den KZs.
Herausragend für die Zeitschrift „Freies Deutschland“ sind die Fülle
von Artikeln über die Nazi-Massaker in den besetzten Ländern und die
große und eigentlich sehr klare Betonung der großen Schuld der Mehrheit
der deutschen Bevölkerung und auch der Mitschuld der deutschen
Arbeiterklasse an den Verbrechen der Nazi-Massenmörder, an
den Verbrechen des deutschen Imperialismus.
Dabei spielt die Anklage gegen den nazifaschistischen Völkermord an
den europäischen Juden eine hervorragende Rolle. Der Kampf gegen
die Ideologie des Antisemitismus, für Entschädigungen an die Verfolgten
des Nazi-Regimes, gerade auch an die jüdischen Verfolgten, führte
auch zu Diskussionen, in denen insbesondere das Mitglied des ZK der
KPD Paul Merker sehr offensiv und im Kern richtig für materielle Entschädigungen
eintrat. Auch in dieser Hinsicht bieten die Seiten des
„Freies Deutschland“ (Mexiko) viel an Diskussionsstoff. Manche bösen
Entwicklungen in der SED wirken vor der entfalteten Argumentationskette
Paul Merkers noch übler, die fehlende Gegenwehr kommunistischer
Kader gegen nationalistische und antisemitische Töne in der
Führung der SED der fünfziger Jahre schmerzt um so mehr.
Band 1: 1941 / 1942, 440 Seiten, 30 €, ISBN 978-3-932636-96-7
Band 2: 1942 / 1943, 460 Seiten, 30 €, ISBN 978-3-932636-97-4
Band 3: 1943 / 1944, 480 Seiten, 30 €, ISBN 978-3-932636-98-1
Band 4: 1944 – 1946, 660 Seiten, 35 €, ISBN 978-3-932636-99-8

